A EUROPEAN LANGUAGES PROJECT

Lehrerfortbildungen – Gründe warum Lehrer in Großbritannien an Weiterbildungen teilnehmen

21. Juli 2016

Lehrer moderner Fremdsprachen, ganz gleich ob an der Grund- oder der weiterführenden Schule, gehören zu den leidenschaftlichsten, enthusiastischsten und mitteilsamsten Lehrern überhaupt. Man muss sich nur einmal die Anzahl an Lehrern, die in verschiedenen Facebook- und Twitter-Gruppen für moderne Fremdsprachen aktiv sind, anschauen, um einen Eindruck von dem Ideenaustausch und der Energie zwischen den Lehrern, die das Beste für ihre Schüler wollen, zu erhalten. Das Netzwerk „Network for Languages London“ führt seit fast sieben Jahren Fortbildungskurse und -veranstaltungen an der University of Westminster durch. Viele Treffen mit Lehrern und Fortbildern während dieser Zeit zeigen, dass Fortbildungen, die von Angesicht zu Angesicht stattfinden, nach wie vor gefragt sind und dass diese Veranstaltungen viele Vorteile sowie Möglichkeiten zum Kontakteknüpfen, zusätzlich zu sozialen Medien und Online-Support, bieten.

Viele Lehrer sind motiviert ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln und zu verbessern; das können die eigenen Sprachkenntnisse sein oder Wissen über das Lehren von Sprache sowie Methodik. Manche Lehrer suchen selbst aktiv nach Kursen, die bestimmten Bedürfnissen entsprechen und ihnen zur beruflichen Weiterentwicklung dienen. Andere wurden von ihrem Schulleiter beauftragt, die Koordination für moderne Fremdsprachen an ihrer Schule zu übernehmen, sodass sie in einem Kurs über führende Sprachen unterstützt werden, Strategien kennen lernen und Selbstvertrauen für die neue Stelle erlangen. Auch können die Schulen selbst Verbesserungsbedarf auf einem Gebiet festgestellt haben, beispielsweise bei der Bewertung von Lernfortschritten oder bei der Unterstützung von Schülern, deren Muttersprache nicht Englisch ist, und Lehrer auf Fortbildungen schicken, welche dann Informationen an ihre Kollegen weitergeben können.

Sowohl für die Schule als auch für den Lehrer muss die Fortbildung kosteneffektiv sein, denn immerhin müssen die Kosten für Ersatzlehrer einberechnet werden. Es ist hilfreich, wenn Material bereitgestellt wird, das die Lehrer mit in ihre Klassen und zu ihren Kollegen nehmen können. Eine Anerkennung für das Absolvieren eines Kurses oder ein Teilnahmezertifikat motiviert Lehrer ebenfalls, in ihre berufliche Laufbahn sowie Weiterentwicklung zu investieren.

Unserer Erfahrung nach sind Lehrer an Tagesfortbildungen interessiert, da diese ihnen Zeit und Raum geben, über ihren Unterricht zu reflektieren. Das Zusammenkommen mit Kollegen aus anderen Bezirken und Regionen wird ebenfalls positiv bewertet. Fachlehrer mögen sich mitunter isoliert fühlen und verfügen möglicherweise nicht über ein großes Kollegium, sodass sie in Fortbildungen ihre Arbeit mit der anderer Lehrer vergleichen können und sich weniger isoliert, sondern als Teil einer Gemeinschaft fühlen mögen.

Lehrerfortbildungen sind erfahrungsgemäß besonders effektiv, wenn es ein Anschlussprogramm gibt, in dem die erworbenen Kenntnisse im Schulkontext angewendet, reflektiert und bewertet werden. Mithilfe der Stiftung „The London Schools Excellence Fund (LSEF)“ unterstützt die University of Westminster Lehrer in diesem Reflexionsprozess mit einem Mentor. Als Teil des LSEF Projekts haben wir ein sehr beliebtes Action Research Modul angeboten, mit dem Lehrer sich sowohl über Fremdsprachenlernen und Unterrichtspraktiken, die für ihre eigene berufliche Laufbahn und ihren Schulkontext relevant sind, informieren konnten als auch ihr eigenes Fremdsprachenlernen und – unterrichten zu überdenken. Das Modul hat die Lehrer hinsichtlich Selbstvertrauen, Unabhängigkeit und Kreativität unterstützt. Die Teilnehmer haben 20 Credits auf Masterniveau erhalten und waren gefragt, einen 5.000 Wörter langen Aufsatzes einzureichen. Die University of Westminster bietet dieses Modul weiterhin an.

Lehrer sind grundsätzlich vielbeschäftigt und es ist häufig sehr schwierig für sie, mehr als einen Tag pro Jahr vom Unterricht freigestellt zu werden, um an Fortbildungen teilnehmen zu können. Es stehen nicht immer ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung und auch die Budgets sind kleiner geworden. Fortbildungen müssen deshalb leicht zugänglich und relevant sein sowie auf professioneller und finanzieller Ebene eine gute Investition für Lehrer wie Schulen darstellen. Außerdem müssen sie die Balance zwischen persönlicher Unterstützung und Online-Support durch soziale Medien und andere digitale Kanäle halten.

Weitere Information zum Network for Languages London und dem London Schools Excellence Fund Project finden Sie hier: http://www.networkforlanguageslondon.org.uk/.

Autorin: Domini Stone (University of Westminster)

 

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