A EUROPEAN LANGUAGES PROJECT

Wenn Herausforderungen zu Möglichkeiten werden – Multi-linguale und Sprachenprojekte

8. September 2017

Von Domini Stone

Projekte haben großes Potential und können unseren Erfahrungsschatz bereichern, sowohl professionell als auch persönlich. Sie fördern die Zusammenarbeit und den Ideenaustausch und erweitern unser Wissen. Sie bringen Kollegen aus verschiedenen Schulen, Regionen oder Ländern zusammen, die sich anderenfalls nie kennen gelernt hätten. Die Teilnahme an Projekten ermöglicht es uns auch, über unsere Arbeitsweisen zu reflektieren und in andere Richtungen zu denken. Projekte können eine kreative Quelle sein, aus der wir neue Erfahrungen schöpfen und wertvolle Lehren ziehen. Von den positiven Veränderungen profitieren wir selbst, wie auch unsere Schülerinnen und Schüler.

Seit 2014 ist die Universität Westminster in eine Reihe von Projekten involviert. Dazu zählen der LANGUAGE MAGICIAN sowie ein anderes Mentoring-Projekt, das Sprachenlehrerinnen und -lehrer durch den London Schools Excellence Fund (LSEF) und das Legacy Fund Programm unterstützt, und eine der Initiativen des Bürgermeisters von London ist.

Diese Projekte begannen zur rechten Zeit, denn im September 2014 wurde der Fremdsprachenunterricht in Grundschulen und in der unteren Sekundarstufe zum Pflichtfach in England erklärt.

Angesichts der zahlreichen Herausforderungen, mit denen viele von uns konfrontiert sind, ist es wichtiger denn je, sich an Projekten zu beteiligen, sei es dass wir mit Budgetkürzungen zurechtkommen oder uns auf BREXIT einstellen müssen; oder sei es, dass wir mit mangelndem Respekt gegenüber dem Fremdsprachenlernen zu kämpfen haben. All das schweißt Kollegen enger zusammen.

Das LANGUAGE MAGICIAN Projekt zeigt exemplarisch, wie vier europäische Länder hervorragend zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen:  Grundschulsprachenlehrer sollen bei der Sprachstandseinschätzung ihrer Schüler unterstützt werden. Dabei wollen die Projektpartner gleichzeitig beweisen, dass Lernstandsmessung motivierend sein kann und Fortschritt mit spielerischen Methoden nachweisbar ist.

Mentoring ist die zentrale Idee des LSEF bzw. des Legacy Projekts. Diese aufeinander folgenden Projekte haben viele Lehrende in verschiedenen Stadien ihrer Karriere zusammengebracht. Sie konnten voneinander lernen, indem sie gegenseitig Unterrichtsbeobachtungen durchführten, sich Feedback gaben und Methoden verglichen. Auf diese Weise entwickelten oder lernten sie neue Herangehensweisen. Innovationen belebten ihre Praxis.

Teilnahme an einem Projekt erfordert Engagement, Energie und Zeit. An dieser Stelle erscheint es mir lohnenswert, auf die allgemeinen Herausforderungen zu schauen, denen wir uns während der Zusammenarbeit mit Londoner Schulen stellen mussten. Die meisten davon entziehen sich der Kontrolle durch die beteiligten Klassenlehrer und Kollegen, die sich leidenschaftlich für das Fremdsprachenlernen einsetzen.

  • Primarschullehrer haben nicht die gleichen Rahmenbedingungen: Zum Beispiel haben mache Klassen 30, andere Klassen 60 minütigen Fremd-sprachenunterricht pro Woche. Manchmal wird der Sprachunterricht wöchentlich, manchmal im 14-Tage Rhythmus durchgeführt. In einigen Fällen übernehmen ausgebildete Sprachlehrer den Unterricht, in anderen unterrichtet der muttersprachliche Fremdsprachenassistent oder ein unausgebildeter Lehrer.
  • Nicht alle Kinder dürfen am Fremdsprachenunterricht teilnehmen, selbst wenn sie Sprachunterricht besonders mögen oder darin erfolgreich sind, weil sie zu Hause mehrsprachig aufwachsen. Das kann daran liegen, dass sie an speziellen „Booster-Klassen“ für MINT teilnehmen, die parallel zur Zeit des Sprachunterrichts organisiert sein können, oder es kann andere Gründe haben. In manchen Fällen wird der Sprachunterricht im letzten Term des Jahres einfach zugunsten anderer Prioritäten gestrichen.
  • Fremdsprachen werden auf sehr unterschiedliche Weise vermittelt und bewertet. Gerade deshalb sind Projekt wie der LANGUAGE MAGICIAN so wichtig. Lehrkräfte können herausfinden, was außerhalb ihres Klassenzimmers in anderen Schulen üblich ist.
  • Projekte hängen oft vom guten Willen der Lehrer und ihrer Bereitschaft ab, unbezahlte, zusätzliche Arbeit in ihrer Freizeit zu machen. Dabei gibt es noch andere berufliche Erwartungen, die ebenfalls freie Zeit kosten.
  • Die schwierigste Herausforderung ist, Kontinuität sicherzustellen und Lernfortschritt nachzuweisen. Da der Lehrplan in England „Lernfortschritt in einer Sprache“ fordert, sind viele Schulen in England zur Regelung zurückgekehrt, nur eine Fremdsprache zu unterrichten
  • Die Wahl der Fremdsprache erfolgt oft willkürlich, ohne Sekundarschulen in der Umgebung zu konsultieren.

Trotz dieser und anderer Herausforderungen stellte sich heraus, dass Lehrkräfte, die am Mentoren-Projekt teilnahmen, wirklich davon profitieren und ihr Wissen über Fremdsprachenvermittlung erweitern konnten.

Schon alleine zu erfahren, dass andere in ähnlicher Situation sind und ähnliche Probleme bewältigen müssen, macht Mut und bietet die Chance, gemeinsam Lösungen zu finden, statt in Isolation zu arbeiten.

Wir können die Kraft und Motivation nicht genug wertschätzen, die aus dem Teilen von Ressourcen oder dem Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel entsteht.

 

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